|
|
 |
 |
|
Der Chor im Jubiläumsjahr 1976
|
 |
|
|
|
1. Tenor Breidscheid, Karl Brück, Franz jun. Müller, Heinrich Nestler, Walter Rolletter, Hans-Jürgen Schmitt, Josef Wolf, Hans
|
2. Tenor Brand, Werner Crusius, Klaus Eschborn, Klaus Fürst, Rudolf Schild, Gerd-Peter Thurm, Elmar Weitzel, Johann
|
|
1. Bass Bauer, Wilhelm Bettenheimer, Jochen Blodt, Ernst Hefner, Erwin Kloos, Jakob Mangold, Walter Medinger, Hans-Willi Wolf, Edgar
|
2. Bass Breidscheid, Reinhold Eckhard, Fritz Eschborn, Hans Exner, Gerhard Fleischnann, Johann Keller, Herbert Medinger, Klaus Wolf, Wilfried Zirfas, Willi
|
|
 |
 |
|
Der Vorstand im Jubiläumsjahr
|
 |
|
|
|
1. Vorsitzender
|
Willi Zirfas
|
Beisitzer u. Notenwart
|
Wilfried Wolf
|
|
2. Vorsitzender
|
Johann Weitzel
|
Beisitzer u. Pressewart
|
Walter Mangold
|
|
1. Schriftführer
|
Hans Wolf
|
Beisitzer
|
Hans Eschborn
|
|
2. Schriftführer
|
Franz Brück jun.
|
Beisitzer
|
Jakob Kloos
|
|
1. Kassierer
|
Wilbert Gehret
|
Beisitzer
|
Hans-Willi Medinger
|
|
2. Kassierer
|
Erwin Hefner
|
Beisitzer (Inaktive)
|
Friedrich Fleischmann
|
|
|
|
Beisitzer (Inaktive)
|
Robert Merl
|
|
 |
|
Ehrenvorsitzender und Ehrenchorleiter: Willi Schild I.
|
|
 |
|
|
|
Hans-Jürgen Mäteling Chorleiter
|
Chorgesang zukunftsreich fortführen
Die drei über das ganze Jubiläumsjahr verteilten Veranstaltungen anläßlich des 11O jährigen Bestehens des Männergesangvereins Groß-Winternheim sollen für jeden Interessierten, Freund und Gönner des Vereins etwas bieten.
Diese abwechslungsreichen Stunden, die Sie in der Gemeinschaft mit dem Chor verbringen, mögen Ihnen viel Freude bereiten und mit dazu beitragen, Ihr Interesse auf Außenstehende und auf die Jugend zu übertragen, damit der Chorgesang auch in der kommenden Generation weitergeführt werden kann.
Allen Gästen wünsche ich frohe Stunden und dem MGV 1866 Groß-Winternheim ein zukunftsreiches Fortführen seines Vereinslebens.
|
|
 |
|
|
|
Hans Graf zu Dohna-Schlobitten, Schirmherr
|
Erinnerung, Dank und Glückwunsch
Wie im Fluge sind 10 Jahre vergangen, seit der Männergesangverein Groß-Winternheim das große Jubiläumsfest anläßlich seines 100. Geburtstages beging. Viele von uns erinnern sich noch gerne an die Tage, in denen Groß-Winternheim mit Musik, Frohsinn und Tanz erfüllt war.
Nun feiert der Jubilar seinen 110. Geburtstag. Wir alle, die wir uns mit dem MGV Groß-Winternhem verbunden fühlen, sind dankbar und froh, daß wir wieder einmal zu einem festlichen Anlaß zusammen kommen und unsere Gratulationen darbringen können.
Dahinter liegen 10 Jahre stiller und zäher Arbeit, 10 Jahre Kampf gegen alle Widrigkeiten der Zeit, 10 Jahre Selbstbehauptung und vitales Überleben. Das ist seines Lohnes wert!
Liebe Freunde vom MGV 1866 Groß-Winternheim, laßt nicht nach in Eurem Mühen, einen der schönsten Schätze unseres Vaterlandes zu pflegen und zu bewahren: Das deutsche Lied.
Laßt nicht nach, auch wenn die Zeichen der Zeit gegen Euch stehen. Wir brauchen Euch und Eure Kunst. Gerade jetzt - und auch in alle Zukunft.
Mein persönlicher Dank gilt den alten Freundschaftsbanden, die in all den Jahren nicht abgerissen sind. in Ihrem Sängerkreis habe ich mich immer wohlgefühlt. Es stimmt also wohl, was das alte Sprichwort sagt: ..Wo man singt. da laß' dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder!"
|
|
 |
|
|
|
Anno Vey, Oberbürgermeister der Stadt Ingelhelm
|
Freude, Dank und Anerkennung
Zum 11Ojährigen Jubiläum des MGV GroB-Winternheim entbiete ich dem Verein und seinen Sängern meine herzlichen Glückwünsche.
Es erfüllt uns alle mit Freude, wenn wir sehen, daß sich auch in unserer Stadt trotz der oftmals hektischen Betriebsamkeit unseres modernen Lebens immer noch idealgesinnte Menschen zur Förderung und zur Pflege des Chorgesangs zusammenfinden. Wenn diese Musikfreunde auch vorwiegend aus Liebe und Begeisterung zu diesem wertvollen Kulturgut zusammenkommen, so schenken sie aber doch durch ihre Darbietungen stets auch den Mitbürgern Freude. Deshalb gilt allen Mitgliedern des Vereins unser Dank und unsere Anerkennung. Möge der MGV Groß-Winternheim, der seit über 40 Jahren die Tradition der beiden früheren Gesangvereine “Germania" und “Liederkranz" fortsetzt, noch viele Jahre aktiv im kulturellen Leben von Groß-Winternheim und somit der Stadt Ingelheim sein und uns noch oft durch seine gesangliche Darbietung erfreuen.
Ich grüße alle seine Mitglieder, die Festteilnehmer und Gäste, und darüber hinaus besonders die Großwinternheimer und wünsche den diesjährigen Jubiläumsveranstaltungen einen schönen und harmonischen Verlauf.
|
|
 |
|
|
|
Bernhard Becker, Vorsitzender des Sängerkreises Bingen
|
Ein Hort der Freude im Lied
Der MGV Groß-Winternheim kann in diesem Jahr auf ein 11Ojähriges Bestehen zurückblicken und begeht dieses Ereignis mit verschiedenen Festveranstaltungen, die Zeugnis davon geben sollen, daß der Verein in langer Tradition sich und seiner kulturellen Aufgabe in der Heimatgemeinde und in unserem Land treu geblieben ist.
Was die Gründer einst begonnen haben, blieb vom Idealismus getragen nicht nur erhalten, es wurde immer wieder mit neuem Leben erfüllt, so daß der Chor bis in unsere Tage ein Hort der Freude im Lied in froher Sängergemeinschaft geblieben ist.
Mögen sich auch in Zukunft immer wieder verantwortungsbewußte Sangesfreunde finden, die auch die Jugend begeistern können, damit Wertvolles aus der Vergangenheit bewahrt und mit offenem Sinn für unsere in vielerlei Hinsicht im Umbruch befindliche Gegenwart weitergeführt werden kann.
In diesem Sinne verbinde ich mit den herzlichen Glückwünschen des Sängerkreises Bingen meine besten Wünsche für eine erfolgreiche Weiterentwicklung in den kommenden Jahren. Den Festveranstaltungen wünsche ich einen guten Verlauf und allen Sangesfreunden und Gästen viel Freude und Erbauung.
|
|
 |
|
|
|
Willi Zirfas 1. Vorsitzender
|
Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme.
Richard Wagner (1813-1883
Herzliche Willkommensgrüße
entbiete ich allen Sängern, Gästen und Freunden des deutschen Liedes im Namen des Männergesangvereins 1866 Groß-Winternheim.
Vor 110 Jahren fanden sich sangesfreudige Männer zusammen, um gemeinsam das deutsche Lied zu hegen und zu pflegen. Mehr als ein Jahrhundert ist vergangen, seitdem in Groß-Winternheim gesungen wird. Das ist ein Grund zur Freude.
Es ist aber auch ein Grund zur Besinnung. Nicht immer war es leicht für den Verein, in der Geschichte seiner Vergangenheit zu bestehen. Viele Opfer und Hingabe gehörten dazu, dem Verein treu zu bleiben. Es haben sich immer wieder Sänger und Freunde gefunden, die sich dem Chorgesang verschrieben und dadurch Wert auf gemeinschaftliches Singen legten. Aus diesem Grund können wir auch in diesem Jahr wieder einige Sänger für viele Jahre uneigennütziges Mitwirken bei der Erfüllung unserer ideellen Aufgabe in der Pflege des Chorgesanges und unserem Verein erwiesenen Treue auszeichnen.
Ich hoffe und wünsche, daß unser Chor gegen die Massenmedien der jetzigen Zeit gerüstet ist und das Lied und der Gesang immer wieder Ansporn zu wertvollen, kulturellen Leistungen geben. Möge es besonders ein Ansporn für die Jugend sein, das Schöne des Chor- gesangs zu erleben und dadurch aktiv zu werden. Unseren Gründern gegenüber soll dies Verpflichtung, Dank und Anerkennung sein.
|
|
 |
|
|
|

Prof.h.c. Theo Fischer, Kreis-Chormeister des Sängerkreises Bingen
|
Komponist, Interpret und Pädagoge
In dieser Jubiläumsbroschüre stellen wir einen Chorkomponisten unserer Zeit vor, den rheinland-pfälzischen Komponisten THEO FISCHER, der in den Jahren von 1951 bis 1963 Dirigent unseres Männerchores war und dem Vereinsleben in dieser Zeit starke künstlerische Impulse gab. Mit Genehmigung des Autors Dr. Robert Wolff entnehmen wir der Biographie und Würdigung des Künstlers einige herausragende Abschnitte aus dem “Werkverzeichnis 1976".
Wer vom gegenwärtigen Musikleben des Rhein-Nahe-Raumes spricht, muß den Namen THEO FISCHER nennen; Als Dirigent und Kreis-Chormeister, als Musikpädagoge des Staatlichen Stefan-George-Gymnasiums in Bingen und vor allem als Komponist der heimischen Musikliteratur ist er im wahrsten Sinne des Wortes “tonangebend".
Als Sproß eines musikalischen Elternhauses wurde Theo Fischer in Münster-Sarmsheim, unweit des Rhein-Nahe-Ecks bei Bingen, geboren. Die Angabe des Ortes ist wichtig: Spätere Werke, wie die Kantaten “Fröhliche Rheinfahrt" und “Die Nahe" sind ganz im Geist der Landschaft, der sie entstammen. Im Raum Bingen ist dieser genius loci geprägt von den sichtbaren Spuren der römischen Kultur und der nachfolgenden, hier besonders tief wurzelnden Christianisierung. Dem entspricht der bekenntnishaft humanistisch-christliche Grundton in Fischers Oratorium “Über allem steht das Licht".
Sein Studium, zunächst am Peter-Cornelius-Konservatorium und Musiklehrer-Seminar, setzte er auch nach erfolgreich abgelegten Examina bei hervorragenden Fachkräften fort, bis ihm 1947 die künstlerische Anerkennung des Kultusministeriums und - wie damals üblich - der französischen Militärregierung verbrieft wurde. Die Werke eines Künstlers geben Aufschluß über seine beste und wichtigste Seite: die schöpferische. Aber ist es auch die wesentlichste? Muß nicht vor allem gefragt werden, wo die produktiven Kräfte eines Künstlers ihre Wurzeln haben und wo sie ihre schönsten Früchte tragen? im Falle des Komponisten Theo Fischer fällt die Antwort leicht. Seine Ursprünge reichen über den als Musiker schon weithin bekannten Vater hinaus in die musikalische Tradition der deutschen Klassik, seine größten Erfolge hat er als Interpret, seine bleibende Wirkung aber vor allem als Musikpädagoge, insofern nämlich Musikerziehung Fortpflanzung geistiger Gemeinschaft auf dem Boden der Musik bedeutet.
Zu örtlichen Verpflichtungen kommen bald regionale hinzu. Der Südwestfunk gewinnt Theo Fischer 1956 als freien Mitarbeiter, der Kreis Bingen ihn als Kreis-Chormeister. Das trägt seinen Namen rasch über die Grenzen der engeren Heimat hinaus. Auswärtige Orchester, wie das Kurpfälzische und das Rheinische Kammerorchester, die Orchester des Mainzer Stadt- und des Hessischen Staatstheaters, sowie das Rundfunkorchester des Südwestfunks verpflichten Fischer als Gastdirigenten.
Seit 1962 ist er Fachlehrer für Musik am Binger Stefan-George- Gymnasium. Die Schule hat mit seiner Verpflichtung einen einmalig glücklichen Griff getan. Dank seiner angeborenen Kunst der Menschenführung kann Fischer auf allen Altersstufen für die Musik begeistern. Kein Wunder, daß Fischer seit langem das Amt des Vertrauenslehrers versieht und daß sein Wirken über die Oberstufenarbeit hinausgreift in die Ausbildung der Studienreferendare. Solche Bestätigungen seiner musikalischen Intention beleben des Interpreten kompositorisches Schaffen und geben ihm Gelegenheit, der Öffentlichkeit mehr und mehr auch eigene Werke vorzustellen. Unter ihnen überwiegt deutlich der vokale Anteil. Dafür zeugen rund 400 Titel aller Chorgattungen, Lieder, Kantaten und Oratorien. Daneben entstandene sinfonische Kompositionen sind häufig, wie in den oben erwähnten Kantaten, als Intermezzi in chorische Rahmenwerke eingearbeitet, deren Charakter dadurch noch plastischer hervortritt. Der Komponist profiliert sich, sein Werk gewinnt die Konturen eines individuellen Stils, den man dem poetischen Idealismus zurechnen möchte. Sein bester Interpret ist der Künstler selbst, immer häufiger sind jetzt seine Werke unter eigener Stabführung im in- und ausländischen Rundfunk zu hören. Aber auch der instrumentalen Interpretation bleibt er verbunden: auf der Violine als Solist von hohen Graden, am Klavier als einfühlsamer Begleiter namhafter Sänger und Instrumentalsolisten. Sein universelles Künstlertum gemahnt an den deutschen Dirigenten, Violinisten, Pianisten, Orchestererzieher und Liedkomponisten Karl Friedrich Zelter (1758-1832), der als Leiter der Berliner Singakademie, Begründer der “Liedertafeln" und Lehrer von Felix Mendelsohn-Bartholdy in lebenslanger Freundschaft mit J. W. von Goethe verbunden war und dessen Gedichte zu größerer Zufriedenheit des Dichters vertonte als Franz Schubert. Für ein so vielseitiges, so ganz und gar in der Musik aufgehendes und leidenschaftlich erfülltes Schaffen bleiben die Ehrungen nicht aus.
In der Musikwelt fand Fischers Werk durch seine Eigenständigkeit die verdiente Anerkennung: 1967 Auszeichnung der Stadt Den Haag, 1968 Verleihung der “Silbernen Ähre" für volkstümliches Liedschaffen, 1969 der Titel eines Professors ehrenhalber, der Fachverband ernannte ihn zum Musikdirektor. 1975 würdigte die Stadt Bingen durch die Verleihung des Münzenschildes die Verdienste um das musikalische Leben der Stadt und ihres Umlandes.
Theo Fischer ist kein Freund der lauten Töne. Sein Werk wirbt für sich selbst und gedeiht stets in aller Stille. Auf solches Wirken trifft wohl kein anderes Wort besser zu als zwei Verse Stefan Georges:
“Ein Weiser ist wer beim getöse Vieler im stillen farb- und tongestäb kann führen"
|
|
 |
|
|
|
Ausschnitte aus der Vereinsgeschichte (Aus dem Festbuch zum 110-jährigen Jubiläum 1976)
Wenn ein Wanderer eine herrliche Höhe erklommen hat, so erfreut er sich seiner Leistung und vergißt bestimmt nicht, Rückblick auf den schönen aber auch oft schwierigen Weg zu nehmen. Alle Mühen und Schwierigkeiten, die sich auf dem Weg entgegenstellten, sind vergessen und voller Freude ist man letztlich doch, das Ziel erreicht zu haben.
So wie der Wanderer will auch der Männergesangverein 1866 anläßlich seines 110jährigen Bestehens in diesem Jahr dankbar Rückschau halten auf den langen Weg, den viele sangesfrohe Männer in treuer Freundschaft gemeinsam gegangen sind. 110 Jahre wertvolle, treue Arbeit für den Männergesang rechtfertigen einen Rückblick. Nachdem die Vereinsgeschichte anläßlich des 90jährigen Bestehens im Jahre 1956 und am 100. Geburtstag vor zehn Jahren ausführlich beschrieben und für den interessierten Freundeskreis in Festschriften veröffentlicht wurde, soll diesmal nur ausschnittweise über die vergangenen elf Jahrzehnte berichtet werden.
Bis 1933 bestanden in Groß-Winternheim zwei auf gesanglich hoher Stufe stehende Gesangvereine, die 1866 gegründete “Germania" und der 1867 gegründete “Liederkranz". Durch die stark verminderten Mitgliederzahlen infolge des 1. Weltkrieges beabsichtigten beide Vereine eine Verschmelzung, die unter dem Druck einer gesetzlichen Verordnung auch am 30. Juli 1933 beschlossen wurde. Seitdem heißt der Verein “Männergesangverein 1866 Groß-Winternheim". Die Chorleitung wurde dem damals 28jährigen Kapellmeister Jakob Fischer aus Mainz übertragen, die er bis 1949 ausübte. Unter seiner Leitung standen auch lange Jahre die “Mainzer Hofsänger".
In zahlreichen Jahreskonzerten und auswärtigen Singen bewies der Verein unter Darbietung vieler auf künstlerisch hoher Stufe stehenden Chorwerken, daß er sich auf einer immer weiter aufwärts steigenden Linie befand. Die Sangesfreudigkeit und der Stolz auf seine Leistungen bewog den MGV immer wieder, an Sängerfesten in engerer und weiterer Umgebung teilzunehmen. Der ungeahnte, erfreuliche Aufstieg und die zahlreichen Erfolge wurden leider durch den 2. Weltkrieg jäh unterbrochen. Daß das Chorsingen nicht ganz eingestellt werden mußte, ist besonders dem hochgeschätzten und allzeit um die Belange von Groß-Winternheim besorgten Lehrer Marx und seinem rührigen und stets hilfsbereiten Sangesfreund Karl Zirfas zu verdanken. Im Jahre 1947 war dann Ernst Nieß die treibende Kraft für die Wiederaufnahme der aktiven Chorarbeit. Mit dem Chorleiter und heutigen Kreischormeister Theo Fischer wurde 1951 die aufstrebende Chorarbeit fortgesetzt. Aus seiner zwölfjährigen Dirigententätigkeit sind besonders die Instrumentalkonzerte hervorzuheben, die den Verein bis in das Reich der Operette und Oper führten. Das Jubiläumsfest aus Anlaß des lOOjährigen Bestehens vor zehn Jahren und das Jubelfest zum 90. Geburtstag im Jahre 1956 einbezogen, war dies der erfolgreichste Zeitabschnitt in der Vereinsgeschichte. In diese Zeit fällt auch die aktive Vorstandsarbeit mit Willi Schild l. an der Spitze. Von 1952 bis 1967 war Schild nicht nur ein umsichtiger Vorsitzender, sondern auch als Vizedirigent eine wertvolle Kraft für den Verein. Für seine besonderen Verdienste und seinen uneigennützigen Einsatz ernannte ihn der Verein zum Ehrenvorsitzenden und Ehrenchorleiter.
Außer den vielen Preisen, die sich der Verein auf Sängerfesten und Gesangswettstreiten ersang, war das Rundfunksingen 1958 ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben. Am 22. 5. 66 wurde dem Verein die vom Bundespräsidenten gestiftete Zelter-Plakette und am 9. 7. 66 das “Wappenschild" des Landes Rheinland-Pfalz anläßlich des lOOjährigen Bestehens verliehen. Nicht unerwähnt sei die siebenjährige ebenfalls aktive Chorarbeit unter der Leitung von Norbert Belz aus Mainz-Mombach. Seiner Initiative verdankt der Chor, daß in Groß-Winternheirn erstmals Stuhlkonzerte durchgeführt wurden. Er gab dem Chorwesen neue Impulse in Form von Chorgemeinschaftsfeiern, was sich aufgrund der in diesen Jahren zurückgehenden Sängerzahlen in den Vereinen positiv auswirkte.
Außer seiner gesanglichen Tätigkeit wirkte der Verein auch immer in gesellschaftlicher Richtung. Neben seinen zahlreichen eigenen Theater- und karnevalistischen Veranstaltungen, bei denen sich der am 25. Mai 1959 durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommene aktive Sänger und Vorstandsmitglied Alban Becker besondere Verdienste erwarb, unterstützten die Sänger stets die Vereine und andere Institutionen der Selztalgemeinde bei ihren Veranstaltungen.
Seit dem 6. April 1970 singt der MGV 1866 unter der Leitung von Kantor Hans-Jürgen Mäteling, jetzt wohnhaft in Bubenheim. Dadurch in unserer engeren Heimat bekannt geworden, wurde ihm von einigen Vereinen die Chorleitung übertragen. Schöne Stunden der Unterhaltung und der volkstümlichen Chormusik erlebte der zur Zeit aus 31 aktiven Sängern, 22 Ehren- und 115 inaktiven Mitgliedern bestehende Verein innerhalb der vergangenen 6 Jahre. In diese Zeit fällt auch die erste Auslandsreise des Vereins, die Viertagefahrt nach Paris am 28. April 1973. Außer den vielen Freundschafts- und Wertungssingen, die trotz der stark zurückgegangenen und seit einiger Zeit stagnierenden Mitgliederzahl des aktiven Chores mit guten Ergebnissen besucht wurden, nimmt der MGV am Regionalleistungssingen im Herbst dieses Jahres teil, wozu der Chor durch das beim Kreisleistungssingen am 27. April 1975 in Ockenheim ersungene Prädikat “gut" berechtigt ist.
n dankbarer Erinnerung und Würdigung der seit der Gründung geleisteten Chorarbeit von den bereits verstorbenen und den lebenden Mitgliedern, Freunden und Gönnern feiert der MGV in mehreren Veranstaltungen über das Jahr 1976 verteilt das 11Ojährige Bestehen. An dieser Stelle muß auch einmal dem Vorsitzenden Willi Zirfas aufrichtig Dank gesagt werden, für seine jahrzehntelange, aufopfernde, uneigennützige Arbeit (seit 12. Februar 1967 als 1. Vorsitzender) die er dem Verein und somit dem Chorgesang in Liebe und Treue gewidmet hat.
Die Schirmherrschaft der Jubiläumsveranstaltungen, wie beim lOOjährigen Bestehen angeboten, hat wieder der aus Ostpreußen stammende Graf zu Dohna-Schlobitten gerne übernommen. Sängerischer Höhepunkt wird zweifellos die akademische Feier mit Jubilarenehrung vormittags und das Konzert nachmittags am Sonntag, dem 16. Mai 1976 in der Turnhalle sein, bei dem der MGV “Eintracht" 1840 Sprendlingen und das Ensemble Jakob Schultheis, Rüsselsheim mitwirken werden.
Mögen die Festveranstaltungen nicht nur Erinnerungen an wertvolle Kulturarbeit, sondern auch musikalisch erfolgreich und ein Ansporn sein, damit auch gerade in unserer Zeit die Jugend Freude am Chorgesang findet und zu ihm hingeführt wird.
Jakob Kloos
HERZLICHEN DANK sagen wir dem Schirmherrn, Herrn Hans Graf zu Dohna-Schlobitten, den Ehrengästen und allen Spendern für ihre freundliche Unterstützung. Ein herzliches Dankeschön auch all denen, die uns bei den Festvorbereitungen und Veranstaltungen uneigennützig zur Seite standen oder noch stehen sowie allen sonstigen Mitwirkenden, Teilnehmern und Gästen.
Männergesangverein 1866 Groß-Winternheim
|
|
 |
|
|
 |
|